Alte Familienrezepte und solche, die es noch werden sollten:



Eine Reise durch meine kulinarische Küche beginnt. Ich versuche, viele Rezepte meiner Kindheit und Jugend zu erhalten, um sie an meine Kinder weiterzugeben.

Schön früher sinnierte ich darüber, wie schön es sei, viele Menschen um einen Tisch zu versammeln, mit ihnen gemeinsam zu speisen, zu sinnieren, zu lachen, zu lärmen.

Ich selbst komme aus einer Großfamilie, wir waren fünf Kinder. Die Küche war stets Treffpunkt für alle.

Ich bin eine Jungsmutter und weiß, was es bedeutet, hungrige Mäuler zu stopfen. Ich hatte und habe bis heute die reinsten "Freßmaschinen" um mich herum. Die Burschen und ihre Freunde fraßen mir förmlich die Haare vom Kopf.

Der Kühlschrank war stets gefüllt. Über Konditionsprobleme konnte ich damals nie klagen. Oft stemmte ich jeden zweiten Tag schwer gefüllte Taschen aus dem Kofferraum meines Autos, schleppte sie die Treppen hoch.

Mein Lebensinhalt, so schien es mir, war es, stets hungrige Mäuler zu stopfen. Daraus entstand meine Leidenschaft fürs Kochen. Manches misslang. Das hielt mich jedoch nie auf, weiter machen.

Unzählige Geschichten könnte ich erzählen, in denen meine Jungens mich fast auf Knien rutschend baten, es nicht erneut zu versuchen. Z. B. das Kuchen backen.

Doch alle diese Hürden habe ich genommen. Wir kauften uns einen großen Tisch, um alle unsere Kinder samt Partnern und auch Freunden zu versammeln. Ich liebe es, sie dann alle zu beobachten, wie sie fleißig zu den Schüsseln greifen, lachen und lärmen. Das nennt sich Glück pur.



Und alle sechs bis acht Wochen folgen sie wohl sehr gerne dem Ruf der Mama:

Essen ist fertig !

Dienstag, 27. Mai 2014

Das weltbeste Kartoffelpü 

mit Fischstäbchen und Sahnegurkensalat


Hier geht es um reinen Geschmack, der Freude am Essen. 
Kalorienzählen verboten !


Kartoffelpüree


1,5 kg Kartoffeln (ich nehme festkochende)
Salz
Muskatnuss
1/4 l Milch (auch gerne mit Sahne gemischt)
und ein gutes Stück Butter 


Sahnegurkensalat


1 Salatgurke
1 Becher saure Sahne
1 Eßl. weißer Balsamicoessig
Salz, Pfeffer
1 Tl Zucker
Dill oder Schnittlauch

Fischstäbchen 10, 15 oder 30. Auf die Mitesser kommt es an !



Ich bevorzuge, nach vielen Experimenten, diese eine Sorte. Und diskutiere da auch nicht mehr. Sie sind für uns die einzig Wahren. Natürlich könnte man sich die Arbeit machen, Seelachsfilet selbst zu panieren. Das ist auch sehr lecker und schmackhaft. Als berufstätige Mutter hatte ich nicht immer diese Zeit. Und wir sind uns einig, dass diese Fischstäbchen einfach die besten sind. Diskussionen hin oder her. Punkt. :).

Für die Fischstäbchen lasse ich meist neutrales Fett oder Butterschmalz in der Pfanne recht heiß werden, schalte es dann ein wenig herunter und lasse die Stäbchen quasi frittieren. Das gewährleistet eine knackige Panade.

Die Kartoffeln schäle ich und schneide sie in Scheiben, das lässt sie schneller garen. Nach einer Kochzeit von ca. 15 Minuten gieße ich das restliche Kochwasser ab und lasse die Kartoffeln einen Moment abdampfen. Gebe dann ca. 1/4 l Milch zu den Kartoffeln, gerne auch verlängert mit Sahne. Das habe ich im Gefühl, genaue Angaben kann ich da nicht wirklich machen. Bei der Milch nehme ich auch stets 3,5 %. Lasse die Milch-Sahne-Mischung aufkochen, schalte den Herd aus und stampfe, was das Zeug hält. Reibe frischen Muskatnuss über die Kartoffelmasse und gebe ein gutes Stück Butter, geschätzt so ca. 80 g mindestens, dazu. Rühre das Püree weiter durch, bis es locker luftig daher kommt.

Für den Gurkensalat hoble ich die Salatgurke, gerne mit Schale. Natürlich wird die Salatgurke vorher gründlich abgewaschen. Die Gurkenscheiben gebe ich in ein Sieb und lasse das Gurkenwasser abtropfen. Aus der sauren Sahne, dem Essig, den Gewürzen rühre ich eine Salatsoße. Gebe die abgetropften Gurken dazu. 

Fertig ist das Piratenessen der Kindheit meiner Söhne !

Und es schmeckt auch den erwachsenen Piraten. 




Montag, 26. Mai 2014

Sehr samtig


Rhabarber-Birnen-Aufstrich


500 g Birnen
500 Rhabarber

Die Früchte in kleine Stücke schneiden, den Zucker darüberstreuen. 
Eine halbe Stunde ziehen lassen. Die Fruchtmasse aufkochen lassen. 
Mit dem Pürierstab solange pürieren, bis eine feine Masse entsteht (Vorsicht: Spritzgefahr !). 
Weitere vier Minuten sprudelnd kochen lassen und in ausgekochte Gläser umfüllen. 

Königsberger Klopse von Oma Paula

Dieses Rezept ist sehr großzügig für gute Esser berechnet. 
Und reicht dann auch eventuell für einen zweiten Tag. 



Und nun geht es los:



Man nehme für die Klopse:



1 kg Rinderhack

2 - 3 rote Zwiebeln (wenn es schnell gehen soll, nehme ich zuweilen die gefrorene Variante von Aldi-Süd. Sie werden in 100 g Tüten angeboten)
2 Eßl. Senf
Gewürzbrühe (Rezept hier: )
reichlich Paprikapulver
200 g Vollkornsemmelbrösel
2 Eier
frische Blattpetersilie



Zutaten für die Sauce:



1 1/2 l Wasser 

15 Pimentkörner
1 Lorbeerblatt
1 Gemüsezwiebel
1 Möhre
Gewürzbrühe
noch etwas Salz
1 Prise Zucker
2 Zitronen


100 g Butter

100 g Mehl
200 ml süße Sahne



eingelegte Kapern



***

Zunächst hoble ich die Blattpetersilie recht klein. Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden (oder für die schnelle Variante eine Tüte Zwiebeln s.o.). 

Die Zwiebeln in der Butter leicht anbraten. 

So sind sie später bekömmlicher. Sämtliche Zutaten verrühre ich gerne mit meiner innigst geliebten Küchenhilfe ( KitchenAid  ). 
Hierzu nutze ich den Flachrührer. 
Die Klopse bekommen dadurch eine feine Konsistenz.




Mit nassen Händen forme ich die Klopse und lege sie beiseite.



In das Wasser gebe ich die Pimentkörner, die Gemüsezwiebel, das Lorbeerblatt die Möhre, meine Würzbrühe, etwas Salz, eine Zitrone klein geschnitten (hier auf Bio achten). 

Eine weitere Zitrone presse ich aus und gebe den Saft zu den anderen Zutaten und lasse alles einmal kräftig aufkochen. 

Herunterschalten und schwach köcheln lassen, die Klopse in die Brühe legen und 
auf kleinster Stufe ca. 30 Minuten köcheln lassen. 
Die fertig gegarten Klopse aus der Brühe heben, zur Seite stellen. 




Während dieser Zeit eine Mehlschwitze herstellen aus der Butter, dem Mehl. 

Die Butter dazu schmelzen lassen und das Mehl langsam dazugeben. 

Die Brühe einmal durchsieben und zu der Butter-Mehl-Masse geben, 
so entsteht nun die Grundlage für die Sauce. Abschmecken. 
Die Sauce sollte leicht säuerlich schmecken. 
Mit süßer Sahne* auffüllen, ein wenig Zucker dazugeben. 
Nach Bedarf noch einmal nachwürzen, evtl. salzen, pfeffern.




Die Klopse erneut in die Sauce legen und ziehen lassen. 

Ich gebe dann noch mal fünf Pimentkörner dazu.



*Ich wählte für die Sauce bewusst süße Sahne. 

Das Legieren mit saurer Sahne und Eigelb vermeide ich, 

da mir die Sauce beim Aufwärmen meist ausflockte. 



Die Kapern reiche ich extra, da sie nicht jedermanns Geschmack treffen.



Dazu reiche ich Kartoffeln, rote Beete und einen grünen Blattsalat mit saurer Sahne.



Guten Appetit !